Domestic Violence
Hartes, ernstes Thema. Häusliche Gewalt. Da steht man erstmal vor dem DVD-Regal, den Film in der Hand, und überlegt, ob man sich das denn überhaupt antun möchte. Denn da ist ja mal von Anfang an klar, dass es wenig Raum für Witze gibt. Und genau so geht der Film das Thema dann auch an. Ernst, sachlich und ohne erkennbare Anflüge von Humor. Dass der Film in Japan spielt, schadet der Authentizität aber gar nicht. Genau so könnte es überall anders auch passieren. Lediglich die Gesetze scheinen im Land der aufgehenden Sonne etwas anders zu sein als hierzulande.
Erzählt wird die Geschichte einer Frau, deren Ehe sich mehr und mehr zu einem Martyrium entwickelt. Die Gewalt, mit der der Mann sie zu kontrollieren versucht, nimmt stetig zu; ihre Versuche, sich zu wehren, bleiben aber halbherzig und wirkungslos. All das wird schonungslos und drastisch erzählt, aus dem Blick eines unbeteiligten Beobachters, was die Diskrepanz zum Gezeigten beinahe unerträglich macht. Auch dass der Film zu keinem Zeitpunkt Geschwindigkeit aufnimmt und auf einen Höhepunkt zusteuert, macht es schwer, dranzubleiben. Schön ist aber, dass Gewalt und Sex nicht exzessiv gezeigt werden, nicht zuletzt hat der Film eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. So bleibt dem Zuschauer doch so einiges erspart, auch wenn man das beim ersten Sehen kaum bemerkt. Das Ende ist dann allerdings relativ drastisch, im übertragenen Sinne allerdings, denn auch hier verlässt sich der Film auf das, was im Kopf passiert, ohne auf plakative Bilder zurückzugreifen.

Letzte Kommentare