Domestic Violence

11 August, 2010 (14:33) | DVD-Regal, Media! | By: Zombie

Hartes, ernstes Thema. Häusliche Gewalt. Da steht man erstmal vor dem DVD-Regal, den Film in der Hand, und überlegt, ob man sich das denn überhaupt antun möchte. Denn da ist ja mal von Anfang an klar, dass es wenig Raum für Witze gibt. Und genau so geht der Film das Thema dann auch an. Ernst, sachlich und ohne erkennbare Anflüge von Humor. Dass der Film in Japan spielt, schadet der Authentizität aber gar nicht. Genau so könnte es überall anders auch passieren. Lediglich die Gesetze scheinen im Land der aufgehenden Sonne etwas anders zu sein als hierzulande.
Erzählt wird die Geschichte einer Frau, deren Ehe sich mehr und mehr zu einem Martyrium entwickelt. Die Gewalt, mit der der Mann sie zu kontrollieren versucht, nimmt stetig zu; ihre Versuche, sich zu wehren, bleiben aber halbherzig und wirkungslos. All das wird schonungslos und drastisch erzählt, aus dem Blick eines unbeteiligten Beobachters, was die Diskrepanz zum Gezeigten beinahe unerträglich macht. Auch dass der Film zu keinem Zeitpunkt Geschwindigkeit aufnimmt und auf einen Höhepunkt zusteuert, macht es schwer, dranzubleiben. Schön ist aber, dass Gewalt und Sex nicht exzessiv gezeigt werden, nicht zuletzt hat der Film eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. So bleibt dem Zuschauer doch so einiges erspart, auch wenn man das beim ersten Sehen kaum bemerkt. Das Ende ist dann allerdings relativ drastisch, im übertragenen Sinne allerdings, denn auch hier verlässt sich der Film auf das, was im Kopf passiert, ohne auf plakative Bilder zurückzugreifen.

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Dead Eyes Open – Sei Bereit!

9 August, 2010 (21:50) | DVD-Regal, Media!, Zombies! | By: Zombie

Endlich mal wieder Zombies, die es für 2,97€ (hatte ich erwähnt, wie sehr ich diesen Ausverkauf liebe?) bei Amazon zu bestellen gab. Inzwischen wollen sie für die DVD wieder über 10 Euro, dazu muss man aber gleich sagen, 90% derer, die das wirklich zahlen, werden sich danach ärgern. Aber erstmal zum Film. Er spielt irgendwo in der deutschen Provinz, dort wo es Seen, einsame Straßen, Wälder, Eisenbahnschienen und kaum Menschen gibt. (Nicht nur) dort passiert es nun, dass sich die Verstorbenen weigern, in ihren Gräbern zu bleiben. Statt dessen machen sie sich lieber auf, Menschenfleisch zu futtern, roh. Das wieso, warum und überhaupt kann und muss dabei getrost im Weißen Rauschen eines nicht so ganz empfangsbereiten Analogfernsehers untergehen, es ist eh unwichtig, was dann nebenbei auch eine der fundamentalsten Botschaften eines jeden guten Horrorfilms ist.
Der Film ist entweder billig oder aber auf billig gemacht. So oder so, Respekt. Denn das ist genau der richtige Weg gewesen, einer nicht ganz so brillianten Handlung mit mittelmäßigen Schauspielern und ebensolchen Dialogen, genau die Menge an Charakter einzuhauchen, dass man eben gerade nicht abschaltet, sondern sich durchkämpft, bis zum unvermeidlich bitteren Ende.

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Volksabstimmung zur Schulreform

18 Juli, 2010 (16:15) | Die Welt Da Draußen | By: Zombie

Hamburg spielt Demokratie. Die Schulreform, die der Senat mit großer Mehrheit beschlossen hat, ist dann doch noch zum Schauplatz eines politischen Schmierentheaters geworden. Das tolle daran ist, dass man hier ganz prima die Nachteile von Bürgerbeteiligung bei der Arbeit beobachten kann. Als hätte der Senat den Untergang des Abendlandes beschlossen, und nicht lediglich die Anpassung der Schulbildung an internationale Standards, gab es großes Geschrei, hauptsächlich, aber nicht nur, von Seiten der Besserverdienenden, Eliten, FDP-Klientel, die es anscheinend nicht ertragen, dass ihre Kinder auf öffentlichen Schulen gemeinsam mit dem Proletariat (bekannt aus Dokumentationssendungen wie Frauentausch, Supernanny u.ä.) unterrichtet werden sollten. Und das nicht nur vier Jahre, nach denen bisher der Rückzug aufs altsprachliche Gymnasium als Bildungsweg quasi in den Lebensstein gemeisselt war, sondern abenteuerliche, höllische sechs Jahre lang sollen ihre Sprößlinge nach dem Willen der Politik von dem Gesocks aus den Wohnsilos verdorben werden können, bevor ihnen die Flucht in die elysischen Sphären der Hochbildung gelingen kann. Dass dies indiskutabel ist, dürfte jedem mittelbegabten Menschen klar sein. Und so machten sie sich auf, die Politiker in ihre Schranken zu weisen und ihnen zu zeigen, wo das Volk den Hammer hängen hat.
Zunächst wurden Unterschriften gesammelt, denn was ist schon ein Volk ohne Unterschriften? Sie sammelten viele Unterschriften. Von Betroffenen (Eltern, Lehrern, sich selbst) und von noch viel mehr nicht betroffenen (Anwälten, Ärzten, Apothekern, Unternehmern, Schauspielern, Rentnern, noch mehr Rentnern und sich selbst).
Dann organisierten sie Demonstrationen, die zeigten, dass wirklich, ganz in echt, große Teile der Bevölkerung ihre Anliegen verstanden und ihre Sorgen teilten. Um das zu beweisen hingen sie ihren Kindern Plakate um, ließen sie Transparente tragen, die die ganze Bösartigkeit der Senatspläne offenbarten. Hinterfotzige Gegner ihres Anliegens kritisierten zwar, dass hier die Kinder instrumentalisiert wurden, ihnen gefiel es aber, dass sie offensichtlich ihre Argumente so einfach formuliert hatten, dass selbst die Kinder, ja sogar diese obskuren Unterschichtler, sie verstanden. Dass Argumente nicht falsch sein können, wenn sie verstanden werden, liegt auf der Hand.
Irgendwann hatten sie genug Unterschriften gesammelt, genug Demonstrationen ausgerichtet, um in einen Dialog mit dem Senat gehen zu können. Dialog bedeutet für die Vertreter der Initiative “Wir wollen lernen”, die sich auf ihrer Homepage ganz ironiefrei “Volksinitiative” nennt, ein Begriff über den spätestens seit der “Volkszahnbürste” niemand mehr öffentlich lacht, dass sie ihre Forderungen auf Pressekonferenzen wiederholen und sich dann mit viel Tamtam wundern, dass ihnen weder der Senat noch anerkannte Bildungswissenschaftler zustimmen.


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Wie Deutschland gegen Ghana verlor

23 Juni, 2010 (19:15) | Die Welt Da Draußen | By: Zombie

Von der Aufbruchstimmung, der Euphorie nach dem Spiel gegen Australien war nicht viel geblieben. es war nicht allein der blamable Auftritt gegen die eigentlich zweitklassigen Serben, der die Stimmung in Fußballdeutschland gründlich verhagelte. Vielmehr war es die gelb-rote Karte gegen den Hoffnungsträger Miro Klose Fußballgott, der ja gerade erst wie Phoenix aus der Asche zu alter Form zurückgefunden hatte, die dem Zuschauer seine Ohnmacht schmerzhaft deutlich vor Augen führte. Nach einer kurzen Trauerphase, es scheint eine Art deutscher Reflex zu sein, gewann der Trotz, das “Jetzt erst recht!”, das eigentlich ein “Jetzt aber wirklich!” war, die Oberhand. Nicht nur von den Medien, auch von der allzumenschlichen Eigenschaft des nicht gut Verlieren könnens, angefacht, war die Fassade aber zu dünn um dauerhaft zu halten. Sie hielt nicht einmal bis zum Ende des Spiels, das von den deutschen Medien später als “Schlacht von Soweto” genannt werden sollte, eigentlich aber nur ein lahmer Kick war, der sich nur durch die Teilnehmer von den anderen lahmen Kicks dieser Weltmeisterschaft unterschied.
Schon zur Halbzeit, als das 0:1 noch nicht einmal gefallen war, verließen die ersten enttäuschten Buntbeflaggten die Public Viewings mit hängenden Schultern und noch hängenderen Köpfen, nichts von dem sich mühsam eingeredeten Mut der letzten Tage war ihnen geblieben, nur die Erkenntnis, dass es ihre Mannschaft war, die da gerade bewies, dass sie keine südämerikanischen Ballzauberer, sondern eben doch nur die Bolzplatzhelden von Nebenan sind. Diejenigen, denen die erste Hälfte des Spiels den Mut nicht austreiben konnte, wurden Zeugen der ultimativen Demütigung, als ausgerechnet Kevin Prince Boateng mit einer Schwalbe einen Elfmeter herausholte, und diesen dann zu allem Überfluss in der 77. Spielminute auch noch selbst verwandelte. Ausgerechnet der, der doch eigentlich auch halber Deutscher war, und schon den Ballack effektiv aus dem Spiel nahm, wie konnte er uns soetwas nur antun?
Danach hingen die Fahnen höchstens noch auf Halbmast, wenn nicht sogar im Dreck. Und nicht nur die Fans, auch die Mannschaft war geschockt. Nach diesem Tiefschlag war kein Aufbäumen, kein Mithalten, kein Funken von Siegeswillen mehr erkennbar. Es gab danach wohl niemanden, der den Abpfiff nicht herbeisehnte und schließlich auch als Erlösung empfand.
Eine Stunde später waren die Straßen immer noch leergefegt. Von der guten Laune vor und in den Kneipen war nichts mehr zu spüren. Und als es langsam dunkel wurde, trötete eine einsame Vuvuzela durch die Straßen von Eimsbüttel.


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Avatar

6 Juni, 2010 (13:25) | DVD-Regal, Media! | By: Zombie

Zum DVD-Start des meisten Filmes aller Zeiten, der Erwachsenen-Version der Schlümpfe, war der Preis etwas heruntergesetzt, fast schon in Sphären, die dem Niveau des Films entsprechen. Nur fast, denn 9,98 Euro ist dann doch etwas viel für das, was man geboten bekommt. Ja, es ist ein großes Abenteuer, ja, es ist schön bunt, und ja, so viele Millionen Idioten die dafür noch mehr Geld ausgegeben haben, dafür aber immerhin eine 3D-Brille und Brechreiz gratis dazubekamen, können ja nicht irren. Irgendwas an Avatar muss also gut sein. Es müssen die 3D-Effekte sein, denn alles andere bis auf die sind ja auch auf der DVD. Und da war nichts.

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Kate Nash – My Best Friend Is You

6 Juni, 2010 (10:07) | CD-Regal, Media! | By: Zombie

Wollte man ein Koordinatensystem aufspannen und diese CD darin einordnen, sie würde irgendwo zwischen Sonic Youth, Radiohead, Kimya Dawson und Coco Rosie landen. Das dürfte ein Schock sein für alle, die nur den aktuellen Hit (ehrlich gesagt weiss ich gar nicht welches Lied von der CD der aktuelle Hit ist) und vielleicht noch das zuckersüße “Foundations” vom Vorgängeralbum kennen. Denn radiokompatibel sind auf diesem Tonträger nur zwei oder drei der 13 Stücke. Der Rest experimentiert munter vor sich hin, oszililert zwischen Schrammelrock, Spoken Word Performance und Elektropunk. Dass da etwas anderes dahintersteckt als der pure Wille zum Erfolg, wie er bei den anderen “Mädchen” ähnlichen Jahrgangs im Vordergrund steht, mag man gerne glauben. Denn auf dieser CD ist einfach nichts langweilig, selbst beim dritten oder vierten Hören nacheinander nicht.

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Turistas

6 Juni, 2010 (09:56) | DVD-Regal, Media! | By: Zombie

Einfach mal ausleihen kann auch schiefgehen. Diesmal: Turistas. Zu dem Film hatte ich einiges Gutes gehört, aber naja.
Es geht um eine Gruppe Touristen, die es in ein kleines Dorf abseits der Zivilisation führt. Zunächst einmal ist alles ganz paradiesisch, wie auch nicht an einem traumhaften Strand in der brasilianischen Einöde. Dass der Bus, mit dem man eigentlich ganz woanders hin wollte, verunfallte, scheint ein großes Glück zu sein, denn so kommen die Gringos in den Genuss einer schicken Beachparty. Dumm nur, dass sich nach einer Weile herausstellt, dass doch nicht alles so toll ist und man eben auch im brasilianischen Dschungel nicht vor verrückten, mafiösen Ärzten sicher ist, die nur das Beste von einem wollen: die inneren Organe. So beginnt ein fröhlich detailiertes Gemetzel am lebenden Objekt, das in einer atemlosen Hetzjagt endet. Und das “atemlos” ist gar nicht mal so bildlich gemeint, denn immerhin beschert sie uns ein paar nette Unterwasserbilder.

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Regenschirme und Thermoskannen

26 Mai, 2010 (17:08) | Home Sweet Home | By: Zombie

Es gibt vieles, für das ein Regenschirm zweifellos nützlich ist. Wenn es regnet und man trockenen Hauptes von Ort A zu Ort B gelangen will. Dann spannt man seinen Schirm auf und stapft, ein fröhliches Liedchen pfeifend, durch die Naturgewalten. Oder wenn man vergesslich ist. Kaum ein Verlust ist leichter zu verkraften als der eines Regenschirmes. Man bekommt sie ja an jeder Straßenecke nachgeworfen, rein bildlich gesprochen natürlich. Der Gedanke, beim Schlendern und Flanieren vor regenschirmförmigen Wurfgeschossen Ausschau halten zu müssen, ist ja doch eher einer der Unangenehmeren. Darum geht es aber nicht wirklich, sondern um das Vergessen.
Am Wochenende stand Verwandtenbesuch auf der Agenda. Verwandte zu besuchen ist eine Tätigkeit, die mir gefällt, da ich über keine dieser gruseligen Verwandten verfüge, die man in schlechten Comedyserien gern herbeizitiert, wenn es unangenehm lustig werden soll. Nein, meine Familie besteht aus prima Menschen, die ich gern besuche. So ein Besuch bedeutet allerdings auch eine Anfahrt von knapp 300 Kilometern, mit dem Auto über eine baustellenübersäte Autobahn. Nun sind trotz Baustellenübersäung 300 Kilometer zwar kein Pappenstiel, andererseits ist es aber auch noch keine Distanz, bei der an den Einsatz von hartgekochten Eiern und kalten Schnitzeln gedacht werden muss. Die Zeit, die man da im Auto verbringt, lässt sich prima mit einer Thermoskanne voller Kaffee und einem Beutelchen mit Keksen überbrücken. Das muss dann an Wegzehrung reichen, zumal am Zielort eine reichlich gedeckte Tafel mit Tee und noch mehr Keksen, eventuell sogar Kuchen, wartet. Daher reichte es völlig, Kaffee und Kekse in die Provianttasche zu werfen und sich auf den Weg zu machen. Die ganze Fahrt über waren wir bestens versorgt. Kam einmal ein Hungergefühlchen auf, wurden Kekse gemampft, meldete sich der Durst zu Wort, wurde Kaffee aus der Thermoskanne in den Becher gegossen. Bei der Ankunft waren sowohl Kekse als auch Kaffee ratzeputz verspeist.
Nur auf der Rückfahrt mussten wir darben. Es passierte nämlich, dass die Abreise, aus Angst vor Rückreisewelle und damit einhergehenden Staus, etwas überstürzt geschah. So blieb der Kaffee, fertig zubereitet und in seine Thermoskanne verpackt auf dem Klavier stehen, was, als es bemerkt wurde, die Stimmung doch etwas drückte. Denn zu dem Zeitpunkt war es schon zu spät. Ein gutes Drittel der Strecke war bereits zurückgelegt, eine Umkehr daher unter vernünftigen Gesichtspunkten ziemlich sinnlos.
Leider ist es nicht das erste Mal, dass meine Thermoskanne an einem fremden Ort verbleibt, während ich dort bin wo sie nicht ist, sie aber gern bei mir hätte. Aber ganz im Gegensatz zu Regenschirmen ist es mir bisher immer gelungen, die Kanne zurückzubekommen. Nicht zuletzt, weil der Mensch irgendwann ja auch aus Erfahrung entweder klug oder tot wird und ich noch nicht zu Letzteren gehöre, steht hier eine Zweitkanne im Schrank. So wie wahrscheinlich auch in jedem modernen Haushalt ein Zweitschirm irgendwo in einem der Schränke liegen hat.
Angst, meine Kanne irgendwann wieder in meinen Händen zu halten, habe ich nicht. Meine Familie ist nicht zu den thermoskannenfressenden Exemplaren zu zählen. Allerhöchstens wird sie bei meinem nächsten Besuch dort im Schrank stehen, neben dem Zweitregenschirm, und des Mitgenommenwerdens harren.


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New Moon

15 Mai, 2010 (23:16) | DVD-Regal, Media! | By: Zombie

Zu diesem Film möchte ich gar nicht so viel sagen. Deshalb hier die Kurzfassung:
Der Soundtrack ist gut, das war aber im ersten Teil auch schon so.
Die Schauspieler sind mittelmäßig, das war aber im ersten Teil auch schon so.
Die Handlung ist krude, durcheinander, wirr, das war aber im ersten Teil auch schon so.
Die Charaktere sind eindimensional, das war aber im ersten Teil schon so.

Wer also Twilight mochte, wird an New Moon auch nicht viel auszusetzen haben. Die Spezialeffekte sind besser geworden, war aber ja auch etwas mehr Budget zur Verfügung. Trotzdem, spannender wirds nicht, indem man Hunde in Übergröße durch die Gegend laufen lässt.

Alles in allem ist dieser Film keine Enttäuschung, denn wenn Twilight-Saga draufsteht, dann weiss man, auf was man sich einlässt, der Hype war ja aufgeblasen genug. Man darf halt nichts erwarten.
Vielen Dank.

NRW wählt sich ins Schlamassel

2 Mai, 2010 (09:29) | Die Welt Da Draußen | By: Zombie

Nächsten Sonntag wählt NRW die Zukunft Deutschlands. Ich freue mich schon drauf. Denn es ist endlich einmal eine Wahl, bei der sich nicht alle zu Gewinnern erklären können, wie es sonst so gern passiert. So oder so, wir sind am Arsch, was vielleicht ja sogar der Grund ist, warum mit so wenig Wahlbeteiligung gerechnet wird. (Dass es auch an der Farb- und Charakterlosigkeit der Spitzenkandidaten liegen könnte… wo kämen wir denn da hin?)
Seit diesem tragischen Abend neulich im September, als die Deutschen sich ein Biene Maja Kleid gaben, orakeln ja die Verlierer schon herum, dass die Apokalypse, der Untergang des Abendlandes, der Tod aller Erstgeborenen und die vollständige Durchschändung des Rests mit ebendieser NRW-Wahl erst so richtig beginne, immerhin ist schonmal ein Spargeneral in die Rolle des Finanzministers gedrängt worden (der inzwischen aber auch in den eigenen Reihen nicht mehr so wirklich beliebt ist), den Deutschen die schlechten Nachrichten zu überbringen. Schäuble, der von seiner Karriere eh nichts mehr zu erwarten hat, als eine Abwärtsrampe, spielt mit. Und ich glaube ihnen ja gern, den Roten, Roten und Grünen, dass uns das weniger dynamische Duo CDUFDP einige Sparbrocken hinwerfen wird. Wenn sie müssen. Sie müssen nicht, wenn sie die Wahl in NRW verlieren, und das ist das große Problem.
Einerseits wäre es natürlich toll für sie, würden sie die Wahl gewinnen, andererseits müssten sie dann wirklich anfangen, Politik zu machen. Und das würde bei der Politik, die gerade der Rechte Flügel der CDU und die noch rechtere FDP vertreten, bis zur nächsten Wahl nachhaltig die Kanzlerpläne des Merkels beschädigen. Niemand wählt Kapitalistenschweine ohne soziales Gewissen ausser Kapitalistenschweinen ohne soziales Gewissen. So würde die FDP ihre eigene Zielgruppe werden und das wirft sie sogar hinter die Piratenpartei zurück. Verlieren sie aber die Wahl, können sie ergebnislos weitermachen wie bisher, mit dem verlogenen Hinweise der Mehrheit der “Anderen” im Bundesrat.
Die “Anderen” widerum haben ganz eigene Probleme. Wenn sie verlieren, was für sie die beste Option ist, können sie weiter wie Rohrspatzen von den Dächern der Republik auf die soziale Kälte, Merkel und Westerwelle und was sonst noch so in der Regierung herumkriecht schimpfen, ohne je den Nachweis erbringen zu müssenn, dass es auch anders ginge. Gewinnen sie, reicht das Schimpfen und Zetern nicht mehr aus. Dann müssen sie aktiv dagegen sein und zumindest in NRW irgendwie dafür sorgen, dass die Wähler ihnen das auch abnehmen. Sie haben zwei Möglichkeiten zu verlieren. Entweder holt Schwarzgelb ohne Diskussion die Mehrheit, dann würde nichts weiter passieren, oder aber Rot-Rot-Grün hätte über 50%. Dann wird, siehe Hessen neulich, vorher eine öffentliche Selbstzerfleischung durch die SPD vor allem, ein bisschen aber auch durch die Grünen gehen, an deren Ende dann eine große Koalition der Verlierer unter Rüttgers steht. Das wäre sicherlich vom Unterhaltungswert her die interessanteste Variante.

Ich bin sowas von froh, dass ich mit dieser Wahl nichts zu tun habe.


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